WEISSE NÄCHTE (Running Scared) – frei nach Dostojewski

Bernd Watzka überträgt Dostojewskis dramatische Liebesnovelle „Weiße Nächte“ (1848) in WEISSE NÄCHTE (Running Scared) ins düster-winterliche Wien der Gegenwart. Zwei Außenseiter, Nela und Jakob, begegnen einander in einem dunklen Viertel der Stadt: beide sind Verlierer des neoliberalen Kapitalismus, beide sind verzweifelt und auf der Suche nach Liebe. In vier Nächten kommen sie einander näher, beobachtet von einem rätselvollen dritten Mann. Jakob verliebt sich in Nela, deren Herz jedoch einem anderen Mann gehört. Bald steht Nela vor einer Entscheidung, die das Leben aller Beteiligten ändern wird.

Es geht in WEISSE NÄCHTE (Running Scared) um Einsamkeit und Abschottung in einer unübersichtlich gewordenen Welt, in der die Verlockungen des Kapitalismus nicht mehr funktionieren. Es geht um (Selbst-)Isolation und Wahrheits-Suche in einer Gesellschaft der Oberflächlichkeit und Austauschbarkeit von Menschen, Dingen und Emotionen. Weitere Themen sind unergründbare Gefühle der Angst in einem Klima der Verunsicherung, Einsamkeit in greller Konsumwelt und Kommunikationsverweigerung angesichts massenmedialer Geschwätzigkeit. Dem gegenüber steht Dostojewskis Postulat „Wozu die Tage zählen! Dem Menschen genügt ja ein einziger Tag, um das ganze Glück zu erfahren!“

Regie: Babett Arens
Spiel: Lisa Weidenmüller, Enrico Riethmüller und Johannes Rhomberg
Live-Musik: Johannes Rhomberg

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